Biologie HL

Die Biologie und die internationale Dimension

Die Naturwissenschaft selbst beruht auf einem internationalen Prozess; der Austausch von Informationen und Ideen über nationale Grenzen hinweg ist für den naturwissenschaftlichen Fortschritt seit jeher von ausschlaggebender Bedeutung. Dieser Austausch ist kein neues Phänomen, hat sich aber in letzter Zeit aufgrund der Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien stark beschleunigt. Die Vorstellung, dass die Natur wissenschaften eine Erfindung des Westens seien, beruht auf einem Mythos: Viele Grundsteine der heutigen Naturwissenschaften wurden vor Hunderten von Jahren durch arabische, indische, chinesische und andere Zivilisationen gelegt. Lehrer sind angehalten, diesen Beitrag beim Unterrichten verschiedener Themen beispielsweise anhand von Zeittafel-Webseiten hervorzuheben. Die naturwissenschaftliche Methodik im weitesten Sinne, mit ihrer Hervorhebung von Peer Review, Aufgeschlossenheit und Gedankenfreiheit setzt sich über Politik, Religion, Geschlecht und Staatsangehörigkeit hinweg. Bei bestimmten Themen in den Kapiteln des Lehrplans für das Fach Biologie finden sich Themen, die die internationalen Aspekte der Wissenschaft veranschaulichen.

Die Berichte des zwischenstaatlichen Gremiums für Klimaänderungen sind ein ausgezeichnetes Beispiel dafür. In praktischer Hinsicht reflektiert das Projekt der Gruppe 4 (an dem alle Schüler teilnehmen müssen) die Arbeit „echter“ Naturwissenschaftler durch die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schulen aus verschiedenen Regionen.

Der Einfluss naturwissenschaftlicher Kenntnisse auf gesellschaftlichen Wandel ist ohnegleichen. Die Naturwissenschaften besitzen einerseits das Potenzial, große universelle Vorteile zu schaffen, andererseits aber Ungleichheiten zu verschärfen und sowohl den Menschen als auch der Umwelt Schaden zuzufügen. Gemäß dem IB-Leitbild müssen Schüler der Gruppe 4 sich der moralischen Verantwortung von Naturwissenschaftlern bewusst sein, um sicherzustellen, dass naturwissenschaftliche Kenntnisse und Daten allen Staaten in gleichem Maße zur Verfügung gestellt werden und dass diese die wissenschaftliche Kapazität aufweisen, um sie zur Entwicklung nachhaltiger Gesellschaften einzusetzen.

Experimentelle Kompetenzen

Ich höre und vergesse. Ich sehe und behalte. Ich handle und verstehe.”

Konfuzius

Ein integraler Bestandteil der Erfahrung von Schülern in unserem Biologie Kurs ist ihre Arbeit im Klassenzimmer, Labor oder Feld. Praktische Aktivitäten befähigen die Schüler zur direkten Interaktion mit Naturphänomenen und Sekundärdatenquellen. Diese Erfahrungen geben den Schülern Gelegenheit zur Gestaltung von Untersuchungen sowie zur Datenerfassung, Entwicklung von Handhabungskompetenzen, Analyse von Ergebnissen, Zusammenarbeit mit anderen Schülern und zur Beurteilung sowie Kommunikation ihrer Befunde. Experimente werden dazu benutzt, Phänomene zu untersuchen oder Schülern die Möglichkeit zur Untersuchung von Fragen und Kuriositäten zu geben.

Dadurch, dass Schülern Gelegenheit für praktische Experimente gegeben wird, können sie einige der Prozesse durchführen, die von Wissenschaftlern durchgeführt werden. Durch Experimentieren erleben die Schüler aus erster Hand die Beschaffenheit naturwissenschaftlicher Gedankengänge und Nachforschungen. Denn alle naturwissenschaftlichen Theorien und Gesetze gehen von Beobachtungen aus.